… Prof. Jürg Steiner, Gestalter für die Räumlichkeiten sowie die Präsentationsformen der Ausstellung um Julius Pflug.

Erste Gestaltungsansätze gibt es bereits für das derzeitige Ausstellungsprojekt der Vereinigten Domstifter „Dialog der Konfessionen. Bischof Julius Pflug und die Reformation“. Beispielsweise fertigte Prof. Jürg Steiner Entwürfe für eine, mit originalen Leihgaben bestückte, Nachbildung des Arbeitszimmers von Julius Pflug während seiner Amtszeit als Bischof an. Dabei soll eine Haus-in-Haus Konstruktion entstehen, die dem Publikum die Möglichkeit gibt, das Wirken und die Arbeitssituation des Bischofs nachzuempfinden. Auch die Objektvitrinen bedürfen einer besonderen Bauweise. Zum einen lehnt deren Gestaltung an das Mobiliar des Spätmittelalters an. Zum anderen müssen die Vitrinen den Zweck erfüllen, Objekte und Schriftstücke gleichermaßen anschaulich in Szene zu setzen. Für Jürg Steiner stellt es eine weitere Herausforderung seiner gestalterischen Laufbahn dar, „[…] die einmalige Geschichte um die Person Julius Pflug im Gebäudeensemble des Schlosses Moritzburg, des Doms St. Peter und Paul, der Stiftsbibliothek und der evangelischen Kirche St. Michael […] als nicht museal genutzte Räume […] erlebnisreich darzustellen“. Weiter führt Prof. Jürg Steiner aus: „ Die Ausstellungsräume werden für die Ausstellung optimiert und ungeführt begehbar gemacht. Die gewählten Präsentationsformen der wertvollen Exponate und Leihgaben verwandeln dabei die heterogenen Räumlichkeiten in ein ganzheitliches Erscheinungsbild. Die Inszenierung von Themeninhalten und die fragmentarischen Bilder raumgreifender Installationen gewähren dabei einen zeitgemäßen und zugleich abwechslungsreichen Zugang zum Thema – der Kristall Zeitz erscheint in neuem Schliff!“

Jürg Steiner (*13. April 1950 in Zürich) hat den Beruf des Theatertechnikers in München, Genf und Berlin erlernt. Nachdem er 1977 seine Theatermeisterprüfung absolvierte, war er an verschiedenen Theatern in Berlin tätig, wo er vor allem „[…] das Schaffen von Räumen mit materiellen und immateriellen Mitteln […]“ erlernte. Ab 1980 begann er seine Tätigkeit als freischaffender Ausstellungs- und Lichtgestalter auf die die Gründung der Museumstechnik GmbH erfolgte. Unter anderem realisierte er Ausstellungen, Kunst- und Verkaufsausstellungen in der Orangerie des Schlosses Charlottenburg, im Martin-Gropius-Bau, an den Staatlichen Museen Berlin, aber auch in Essen, Naumburg und im Ausland. Prof. Steiner entwickelte 1981 den Prototypen für das System 180, ein Regalsystem für den Wohn-, Ausstellungs- und Lagerbereich, 1991 entstand in der Folge die System180 GmbH. Im Jahr 2000 wurde er als Professor an den Lehrstuhl für Ausstellungs- und Messedesign im Studiengang Kommunikationsdesign der Bergischen Universität Wuppertal berufen. Seit 1994 veröffentlichte er zahlreiche Publikationen.

2010 bis 2011 verstärkte er erstmals mit seinem Know how das Ausstellungsteam für die Landesausstellung „Der Naumburger Meister“, die 2011 in Naumburg stattfand. Das Beleuchtungskonzept, Vitrinenbauten für die Leihgaben, das Museumsmobiliar sowie lebhafte Rauminszenierungen bis hin zu neukonstruierten Anbauten, wurden hierfür von Jürg Steiner und seinem Team konzipiert, um der Ausstellung ein authentisches Profil zu verleihen. Und auch die Ausstellungen „Thilo von Trotha“ im Jahr 2014 und „1000 Jahre Kaiserdom Merseburg“ im Jahr 2015 begleitete Prof. Jürg Steiner mit seinem herausragenden Talent, Ausstellungen erlebbar und zur kunstvollen Erlebniswelt zu machen.

Sie dürfen gespannt bleiben, was wir in unserer Sonderausstellung noch alles für Sie bereithalten. Mehr hierzu werden wir in den nächsten Wochen veröffentlichen.

 

Fotoquelle: Jürg Steiner