12.06. - 18.06.2017: Gemälde: Kardinal Albrecht von Brandenburg als Heiliger Martin

Gemälde: Kardinal Albrecht von Brandenburg als Heiliger Martin

Museum Schloss Moritzburg | Raum 4 | Studium und Karriere

Simon Franck, Mainz, 1543 | Öl auf Lindenholz | H. 68 cm, B. 56,5 cm (mit Rahmen) | Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum Mainz, Foto R.R. Steffens

Diese Woche steht im Zeichen der Mainzer Hochwürden. Bereits am Donnerstag, den 15.06.17, begann die Vortragsreihe zur Ausstellung „Dialog der Konfessionen“ mit einem Beitrag von Karl Kardinal Lehmann, emeritierter Bischof von Mainz, welcher von dem Mainzer Pfarrer Dr. habil. Alexander Nawar eindrucksvoll präsentiert wurde.

Passend entschied man sich nun das aus dem Mainzer Dom- und Diözesanmuseum stammende Gemälde mit dem Bildnis von Kardinal Albrecht von Brandenburg, als das „Exponat der Woche“ auszuzeichnen. Im Rahmen der Ausstellung zu Julius Pflug nimmt das Gemälde des Kardinals einen außergewöhnlichen Stellenwert ein, denn es ist erstmals als Leihgabe an eine Ausstellung vergeben worden.

Das Gemälde zeigt den Mainzer Erzbischof Kardinal Albrecht von Brandenburg (reg. 1514-1545) in der Gestalt des heiligen Martin von Tours, Patrons des Mainzer Erzbistums. Albrecht trägt bischöfliche Insignien und einen Chormantel, beides mit üppigem Perlen- und Edelsteinbesatz.In würdevoller Geste legt er mehrere Goldmünzen in die schlichte Schale eines hargeren Bettlers. Der Kontrast zwischen dem Kirchenfürsten, der nahezu zweidrittel der Bildfläche einnimmt, und dem Armen, der in der rechten unteren Ecke kauert, könnte größer kaum sein. Die ungleichen Bildhälften trennt der Bischofsstab, in dessen Krümme mit dem mantelspendenden heiligen Martin das zentrale Bildmotiv formuliert ist: die „caritas“. Die Botschaft lautet: Als Seelsorger und Gelehrter ist der Mainzer Erzbischof Garant für das Wohl der Christen.

So sieht ihn wohl auch Julius Pflug, der sich zu diesem Zeitpunkt wohl in einem der Domkurienhäuser in Mainz aufhält, wohin er 1539 nach der gewaltsamen Einführung der Reformation in Meißen geflüchtet war. Während seiner Zeit in Mainz (1539-1546) erledigte Pflug für den Kardinal einige Verwaltungsaufgaben sowie diplomatische Missionen und unterstützte ihn bei seinem Vorhaben die beanstandeten kirchlichen Missstände abzuschaffen.