Mit dem ökumenischen Eröffnungsfestgottesdienst am 04. Juni 2017 begann für uns sowie für die Stadt Zeitz, die die Ausstellung mit uns gemeinsam ausgerichtet hat, eine besondere Zeitreise in eine der turbulentesten und prägendsten Epochen unserer Weltgeschichte. Die Reformationsbewegung, die hier in Sachsen-Anhalt durch den Thesenanschlag Martin-Luthers ihre Anfänge hatte, war in diesem Jahr aufgrund seines 500-jährigen Jubiläums allgegenwärtig. Die großen Reformationsstandorte wie beispielsweise die Lutherstadt Wittenberg, Eisleben, Eisenach, aber auch andere Städte wie Berlin, Meißen, Coburg, Zittau uvm. veranschaulichten anhand Ihrer Ausstellungen und zahlreichen Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum, welche Bedeutung und Strahlkraft dieses epochale Ereignis auch heut noch hat.

Auf einem Areal von 2.985 qm haben wir die Inhalte der Ausstellung auf vier unterschiedliche und dennoch authentische Ausstellungsorte, dem Museum Schloss Moritzburg, dem Dom St. Peter sowie der Stiftsbibliothek im Torhaus und der Michaeliskirche Zeitz, verteilt. Circa 250 Exponate von 67 Leihgebern aus verschiedenen Ländern Europas haben wir für die Ausstellung nach Zeitz geholt. Darunter herausragende Zeugnisse der Reformationsepoche, wie beispielsweise die Johannesschüssel aus Prag; den früher in der Michaeliskirche befindlichen Zeitzer Erzengel Michael; die Zwinge des Bischofsstabes; die farbenprächtige Schale mit der Darstellung von der Überquerung der Elbe durch die Truppen Karl V. die uns aus Compiègne in Frankreich ausgeliehen wurde, oder auch die Augustinus-Prachthandschrift aus dem Kloster Bosau, um nur einige wenige Highlights zu nennen.

Bisher konnten wir über 8.500 Besucher begeistern. Und begeistern ist an dieser Stelle keineswegs übertrieben. Aus verschiedenen Umfragen wissen wir, dass über 67 % der Befragten die Präsentation mit der Note „sehr gut“ bewerten und weitere 27 % mit der Schulnote zwei. Das ist ein Ergebnis mit dem wir mehr als zufrieden sein können und zudem zeigt, welch Potenzial und kultureller Schatz in der Stadt Zeitz schlummert. Auch die Kommentare der Besucher sprechen für sich: „Endlich mal Reformation jenseits Luthers.“, „Toller Preis für so viel“, „Ausstellung mit Vorbildcharakter“, „Wir kamen von weitem (Spanien), der Weg hat sich gelohnt“, „Bitte verlängern“, „Der Audioguide ist Klasse“, „Eine sehr gelungene und spannende Präsentation“.

Demnach war unsere Ausstellung nicht nur ein würdiger Beitrag zum Reformationsjubiläum und eine ebenbürtige Ergänzung zu den großen Landesausstellungen, sondern auch ein Glanzlicht im Rahmen der 1050 Jahrfeier der Stadt Zeitz, welches über die regionalen Grenzen hinaus strahlte. Wie Herr Kilb es in seinem Artikel in der FAZ beschrieb, ist die „[…]Ausstellung mehr als eine historische Lektion. Sie ist ein Erlebnis!“. Natürlich kam mit circa 2500 Ausstellungsbesuchern ein Großteil aus dem Reformationsland selbst, aber wir dürften beispielsweise auch knapp 1000 Besucher aus Sachsen, ca. 600 aus Thüringen, 300 Bayern, ca. 200 aus Berlin und 184 NRW begrüßen. Schaut man weiter auf die Herkunft der Besucher so können wir Stolz sagen, dass wir Bürger aus allen 16 Bundesländern begrüßen konnten und auch zahlreiche ausländische Gäste, wie beispielsweise aus Frankreich, der Schweiz und Österreich, aber auch Spanien, Australien, Russland und Luxemburg. Sehr stolz sind wir auch darauf, dass wir nach einem eher schleppenden Beginn mittlerweile auch über 1000 Zeitzer Bürger in unsere Ausstellung locken konnten und diese die Zusatzveranstaltungen, wie beispielsweise die Vorträge und Sonderführungen rege genutzt haben.